Wanderung zur Hängebrücke Sainte-Cécile

Die Hängebrücke von Sainte-Cécile, offiziell Passerelle himalayenne, ist 185 Meter lang, einen Meter breit und hängt rund 30 Meter über der Semois. Sie ist kostenlos, das ganze Jahr geöffnet und seit dem 20. Juni 2026 eingeweiht. Wir sind am Sonntag, dem 4. Oktober, die grüne Runde von etwa 6 Kilometern gewandert: durch den Wald zur Brücke, hinüber, auf der anderen Seite hinunter ans Wasser und zurück. Rechnet mit zwei Stunden, mit Picknick länger. Hier lest ihr, wie ihr hinkommt, wo ihr parkt und worauf ihr achten solltet.
Wo liegt die Hängebrücke von Sainte-Cécile?
Sainte-Cécile ist ein Dorf der Gemeinde Florenville im Süden der belgischen Provinz Luxemburg. Die Brücke überspannt das Tal der Semois zwischen dem Wald von Sainte-Cécile und der Domaine des Épioux am anderen Ufer. Alles gehört zum Parc national de la Vallée de la Semois, dem neuen Nationalpark der Region. Auf der einen Seite schließt die Brücke an den Fernwanderweg GR 16 an, auf der anderen an den GR 129.
So fahrt ihr von ArdenNest hin
Von unserem Ferienhaus in Malvoisin sind es 50 Kilometer, etwa 50 Minuten. Am einfachsten geht es über Bouillon: die N95 über Bièvre bis Bouillon, dort die N89 Richtung Florenville und dann die N83 bis Sainte-Cécile. Im Dorf folgt ihr der Rue d'Herbeumont bis zum Parkplatz. Über Bertrix ist es ähnlich weit, aber mit mehr kleinen Straßen und Abzweigungen. Achtung: Gebt im Navi den Parkplatz ein, nicht die Brücke. Sie liegt mitten im Wald und ist nur zu Fuß erreichbar; wer „Passerelle“ eintippt, landet womöglich auf gesperrten Forstwegen.
- Route in Google Maps öffnen, Start an der Rue de la Ferme 3 in Malvoisin, über Bouillon.
- Gut zu kombinieren mit der Burg von Bouillon, die auf dem Weg liegt.
Gut zu wissen: Die Brücke passt perfekt zum Abreisetag. Nach der Wanderung fahrt ihr über Herbeumont und Bertrix zur E411 bei Libramont und von dort nach Hause. Und wer zu früh für den Check-in um 16 Uhr ist, steht hier sofort mitten in den Ardennen.
Parken: großer Parkplatz an der Rue d'Herbeumont
Am Start liegt ein großer, kostenloser Parkplatz auf einer offenen Fläche an der Rue d'Herbeumont (GPS 49.7385, 5.2442). An einem sonnigen Sonntag im Oktober standen dort rund hundert Autos. Kommt also lieber früh oder rechnet mit ein paar Schritten entlang der Straße.

Am Anfang stehen zwei Bänke und eine große Infotafel mit der Karte der Wanderwege. Unser Tipp: Macht ein Foto von der Karte. Die Beschilderung unterwegs ist nicht immer eindeutig. Wir sahen Schilder für die Wanderungen 6, 9 und eine „16", und auf dem letzten Stück bergauf gab es gar kein Schild mehr. Die „16“ war, wie wir später herausfanden, die gelbe Route zum Rocher du Chat auf der anderen Seite der Brücke. Wir haben die kostenlose App Mapy.com benutzt, die auch offline funktioniert. Komoot geht genauso.

Unsere Wanderung: die grüne Runde von etwa 6 km
Wir sind der grünen Wanderung gefolgt, laut Tafel etwa 6 Kilometer. Viele Wege kreuzen sich, die Runde kann also je nach Wahl 6 bis 10 Kilometer lang werden. Die gelbe Runde ist 9 Kilometer lang.
Vom Parkplatz geht es erst ein kurzes Stück über Asphalt, dann auf einem flachen, breiten Waldweg weiter. Ein weißes Schild „Passerelle himalayenne piétons" zeigt den Weg. Der Wald ist ein lichter Laubwald mit großen Eichen und breiten Wegen. Anfang Oktober färbte er sich gerade erst; der richtige Herbst kommt noch.

Tipp an der Brücke: Der Einstieg liegt etwas tiefer als der Weg. Geht nicht sofort hinunter, sondern etwa fünfzig Meter nach rechts. Dort ist der Zugang leichter.
Über die Brücke: 185 Meter, und sie schwingt
Zwischen zwei Betonpfeilern betretet ihr den Gitterrost. Und ihr merkt es sofort: Das ist keine feste Brücke. Jeder, der darüber geht, gibt ihr einen Rhythmus. Sie bewegt sich, leicht, aber deutlich.

Auf halbem Weg schaut ihr direkt hinunter auf die Semois, die sich zwischen bewaldeten Hängen schlängelt. Und durch den Rost unter euren Füßen seht ihr das Tal.


Höhenangst? Nehmt sie ernst. Wir haben jemanden gesehen, der sich nicht hinübergetraut hat. Manche Bewertungen nennen die Brücke „nicht so hoch". Wir finden schon: Man hängt über einem tiefen Tal, auf einer Brücke, die sich bewegt.
Auf der anderen Seite: durch den Wald zur Semois
Drüben führt der Weg durch einen Hangwald. Wir sind dort eine kleine Runde gegen den Uhrzeigersinn gegangen und zum Ufer der Semois hinabgestiegen. Der Weg verläuft erst etwas oberhalb des Flusses und später direkt am Wasser.

Unten liegt ein langer, schöner Picknickplatz zwischen den Eichen, direkt am Wasser und leicht erreichbar. Platz genug, auch für eine Gruppe. Kinder können am Ufer sitzen und zuschauen, wie das Wasser über die Felsen fließt. Im Fluss bilden natürliche Steinschwellen kleine Stromschnellen.


Danach steigt ihr wieder zur Brücke hinauf und geht noch einmal hinüber. In diese Richtung führt die Brücke selbst bergauf, und nach dem Aufstieg vom Wasser spürt man das. Dann bleibt ein flaches Stück durch den Wald bis zum Parkplatz.

Länger wandern: zum Rocher du Chat
Wer mehr Zeit hat, geht auf der anderen Seite weiter zum Rocher du Chat, einem Felsvorsprung in der Domaine des Épioux mit Blick hoch über die Schleifen der Semois. Folgt nach der Brücke dem gelben Rechteck mit der Nummer 16. Ab dem Parkplatz ist diese Runde knapp 8 Kilometer lang, mit rund 280 Höhenmetern; rechnet mit etwa drei Stunden. Wir sind sie selbst noch nicht gegangen. Beschreibung mit Karte und GPX gibt es auf Visorando.
Für wen ist diese Wanderung?
- Mit Kindern: ja. Haltet sie auf der Brücke an der Hand, das verlangt auch die Brückenordnung.
- Mit Buggy oder Kinderwagen: nein. Ab- und Aufstieg sind zu steil, und die Brücke ist ein Gitterrost. Eine Babytrage geht.
- Mit Rollstuhl: leider nicht. Die Waldwege zur Brücke haben Steigungen, Wurzeln und Steine.
- Mit schwachen Knien: Der Abstieg an den Hängen ist nicht ohne. Ein Wanderstock hilft. Echte Bergschuhe braucht ihr nicht, feste Schuhe schon.
- Mit Hund: erlaubt, an der Leine.
- Mit dem Rad: Auf der Brücke steigt ihr ab und schiebt.
Die Brücke ist kostenlos und das ganze Jahr geöffnet, wird aber bei Sturm, starkem Wind, Frost oder Glätte gesperrt. Im Zweifel schaut auf die Seite des Tourismusbüros Florenville (Französisch) oder auf Visit Gaume. Die offiziellen Rundwege stehen auf der Seite des Parc national de la Vallée de la Semois.

Danach: etwas trinken im La Forgerie
Nach der Wanderung sind wir zwei Minuten weiter zum Dorfplatz von Sainte-Cécile gefahren, ins Café-Restaurant La Forgerie. Es liegt in einer alten Schmiede am Fuß der Kirche, Place du Centenaire 3. Ein echtes Dorfcafé, etwas altmodisch, aber darüber muss man hinwegsehen: Bei schönem Wetter sitzt ihr draußen auf dem Platz unter den Bäumen, und genau das will man nach so einer Wanderung. Vom Parkplatz sind es 1,2 Kilometer: Route vom Parkplatz zum La Forgerie.

Wir haben dort zwei alkoholfreie Spitzenbiere aus der Region getrunken, von der Brauerei Lupulus aus Gouvy, ebenfalls in der Provinz Luxemburg:
- Lupulus Placebo 0,0 %: ein hopfiges, frisches Bier ohne Alkohol, mit Mosaic- und Citra-Hopfen.
- Lupulus Bleuette 0,0 %: ein dunkles, fruchtiges Bier ohne Alkohol, mit roten Früchten und einer leicht säuerlichen Note, die an Heidelbeeren erinnert.
Auch wer noch fahren muss, bekommt hier also etwas Gutes.

Die Öffnungszeiten wechseln je nach Saison. Im Zweifel ruft kurz an: +32 61 31 47 73. Wer noch Zeit hat: Im Nachbardorf Herbeumont liegen die Ruinen einer mittelalterlichen Burg mit Blick auf die Schleifen der Semois.
Noch mehr Semois und Wandern
Alle praktischen Infos zur Brücke findet ihr auch auf unserer Seite Hängebrücke Sainte-Cécile. Lust auf eine weitere abenteuerliche Wanderung am selben Fluss? Probiert die Leiternwanderung von Rochehaut. Weitere Wanderungen ab dem Haus stehen auf unserer Wanderseite.
Mit einer Gruppe ein paar Tage in die Ardennen? Unser Ferienhaus in Malvoisin bietet Platz für große Gruppen, 50 Minuten von der Hängebrücke entfernt. Schaut euch die Verfügbarkeit an.
Häufige Fragen
Wie lang und wie hoch ist die Hängebrücke von Sainte-Cécile?
Die Passerelle himalayenne von Sainte-Cécile ist 185 Meter lang und einen Meter breit. Sie hängt rund 30 Meter über der Semois. Die Brücke wurde am 20. Juni 2026 eingeweiht.
Wo parkt man für die Hängebrücke von Sainte-Cécile?
Auf dem großen, kostenlosen Parkplatz an der Rue d'Herbeumont in Sainte-Cécile (GPS 49.7385, 5.2442). Von dort sind es etwa anderthalb Kilometer zu Fuß durch den Wald bis zur Brücke. An sonnigen Wochenenden ist der Parkplatz schnell voll.
Wie lange dauert die Wanderung zur Hängebrücke?
Die grüne Runde ist etwa 6 Kilometer lang. Rechnet mit zwei Stunden, mit Picknick an der Semois länger. Es gibt auch eine gelbe Runde von 9 Kilometern.
Kann man mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Hund zur Hängebrücke?
Mit Buggy oder Kinderwagen raten wir ab: Die Wege sind steil und die Brücke ist ein Stahlrost. Eine Babytrage geht. Mit dem Rollstuhl ist die Brücke nicht erreichbar. Hunde dürfen an der Leine mit.
Ist die Hängebrücke von Sainte-Cécile bei Höhenangst schlimm?
Für Menschen mit Höhenangst schon. Die Brücke bewegt sich, wenn Leute darüber gehen, und man schaut durch den Rost ins Tal. Wer nicht hinüber will, kann im Tal wandern, ohne die Brücke zu überqueren.
Was ist der Rocher du Chat bei Sainte-Cécile?
Ein Felsvorsprung in der Domaine des Épioux, auf der anderen Seite der Hängebrücke, mit Blick über die Semois. Ab dem Parkplatz an der Rue d'Herbeumont ist die Runde über die Brücke und am Rocher du Chat vorbei knapp 8 Kilometer lang (gelbes Rechteck Nr. 16), rechnet mit etwa drei Stunden.
Wo kann man nach der Wanderung etwas trinken?
Im Café-Restaurant La Forgerie an der Place du Centenaire 3 in Sainte-Cécile, zwei Autominuten vom Parkplatz. Bei schönem Wetter sitzt man auf der Terrasse am Dorfplatz. Dort gibt es unter anderem die alkoholfreien Lupulus Placebo 0,0 % und Bleuette 0,0 %.
— Bieke & Christophe, ArdenNest (ehemals La Ferme du Chateau)